13.15 / Mehrgenerationenwohnhaus Wieshof Wässerwiesen, Winterthur

Studienauftrag, 1. Rang, 2014

in Planung seit 2014

Vom Nicht-Ort zum Ort

Umgeben von Autobahn und Autobahnzubringer, sogenannten transitorischen Funktionsorten, soll auf dem vom Siedlungsraum isolierten Acker ein Ort mit individueller und kollektiver Identität geschaffen werden. Ein neuer Wohnort mit einer signifikanten Prägung.

Die Anordnung von Familien-, Paar- und Alterswohnungen, sowie von Demenz- und Pflegestationen rund um einen Park bildet einen neuen und gemeinsamen, lärmgeschützten Lebensraum. Sie bildet in ihrer Nutzungsdurchmischung eine gute Vorraussetzung für die Entstehung eines lebendigen nachbarschaftlichen Beziehungsnetzes. Im Zentrum der Anlage liegt der Park: Ein vom Lärm der Aussenwelt abgeschirmter Hofraum, in dem der umlaufende Baumkranz auf das Parkinnere verweist und vor Ein- und Ausblicken schützt.

Die Wohnungsgrundrisse sind einer robusten, praktischen Typologie verpflichtet. Ein von Fassade zu Fassade durchgehendes Wohn- und Esszimmer mit einer lateral angeordneten Küche ermöglicht individuelle Zonierungen. Die kollektiven Räume der Wohnung wie Kochen und Essen sind zum Strassenraum hin orientiert und verleihen diesem ein Gesicht. Sie spielen eine aktive Rolle in der Belebung der Aussenwelt und werden Teil davon. Die Tages- und Nachtbereiche sind räumlich und funktional unabhängig voneinander nutzbar. Das Kernstück jeder Wohnung ist das im Hofraum gelegene und jeweils nach Süden ausgerichtete Gartenzimmer – eine vertikale Gartenstadt für Winterthur-Wülflingen.

Das Pflegeheim ist nicht abgeschoben, sondern bildet einen wesentlichen Teil der grossen Wohnanlage. Die altersgerechten Wohnungen haben strassenseitig individuelle Zugänge, sind aber gleichzeitig über interne Korridore mit dem Pflegeheim verbunden. Pflegestation, Demenzabteilung und die generelle Infrastruktur gruppieren sich um einen Hof mit wiederum anderem Charakter, einem Rückzugsraum für die pflegebedürftigen und demenzerkrankten Menschen.

In der Auseinandersetzung mit den schwierigen Randbedingungen für ein hochwertiges Wohn- und Lebensgebiet wurde eine Form entwickelt, die für einen ganz besonderen Ort steht.

Planungsteam

  • Auftraggeber – BVK Personalvorsorge des Kantons Zürich
  • Architektur – Hanspeter Oester Reto Pfenninger Architekten / Wettbewerb: Andreas Weiz (PL), Marie-Annick Horton, Elsa Cornu / Projektierung: Phil Steffen (PL), Stefan Willener (PL)
  • Baumanagement - LBM Partner AG
  • Landschaftsarchitektur – mavo gmbh
  • Visualisierung – Slashcube