10.06 / Complexe des opérations et Centrale de chauffage, Aérodrome de Payerne

Fertigstellung, 2019

Studienauftrag, 1. Preis, 1. Ankauf, 2010

An Officer and a Gentleman

Dem Thema der Aufgabe angemessen war der Codename unseres Wettbewerbsbeitrags dem US-amerikanischen Spielfilm „An Officer and a Gentleman“ entliehen. Der Nimbus der Fliegerei und ihrer Protagonisten schwingt dabei genau so mit wie unsere strategische Massnahme, das Raumprogramm in zwei Gebäude unterschiedlichen Charakters – ein Betriebsgebäude und ein Haus für die Piloten – aufzuteilen. Nachdem letzteres zumindest vorläufig Sparvorgaben zum Opfer gefallen ist, steht der Titel des Dramas nun eher für die charakterliche Wandlung seines Hauptdarstellers vom jugendlichen Aussenseiter zum Gentleman und erfolgreichen Absolventen der Offiziersschule – mit klassischem Happy End. Als hoffentlich gutes Omen für die weitere Geschichte, die unser Projekt schreiben wird.

Complexe des opérations

Das Betriebsgebäude dominiert durch seine Grösse und ausdrehende Stellung parallel zur Piste den Ort aus dem beobachtenden Hintergrund heraus. Im Hangfuss eingeschnitten steht es zwischen Ebene und Hügel. Es beherbergt das operative Programm zum Betrieb der „Base aérienne“. Jede einzelne Betriebseinheit ist einer eigenen Geschossebene zugeordnet. Kurze Wege garantieren eine schnelle Kommunikation, sowohl horizontal wie vertikal. Der „Tower“, ein Kragarm, auf dem die Kontrollkanzel wie ein geschliffener Kristall sitzt, verleiht dem Gebäude seine eigene unverwechselbare Identität: das neue Wahrzeichen für den Flugplatz Payerne.

Centrale de chauffage

Die stetige Transformation des Flugplatz-Areals ist eine seiner grössten Konstanten. So hat sich der einst unterirdisch geplante Heizungsraum zu einem ausgewachsenen Kraftwerk gewandelt. Und gehorcht dem Anspruch der Bauherrschaft auf eine weitgehend CO2-neutrale Energieversorgung des ganzen Areals; mit Holzschnitzelkraftwerk, Photovoltaik-Anlage und Erdsondenfeldern. Der prägnante quadratische Bau liegt am nördlichen Rand des Perimeters als Abschluss der bestehenden Stützmauern und beherbergt unter seinem ausladenden Dach, das von den Primärträgern der Kraftwerkhalle gebildet wird, einen Clubraum für die Mitarbeitenden des Flugplatzes. Von der Zufahrt als erstes sichtbar ist dieser städtebauliche Schlussstein des nördlichen Aérodrome-Areals gleichzeitig sein öffentlichster Ort.

Planungsteam

  • Auftraggeber – armasuisse Immobilien
  • Architektur – Hanspeter Oester Reto Pfenninger Architekten / Wettbewerb: Julia Rubin (PL), Davide Di Capua, Andreas Weiz / Projektierung: Britta Brauer (PL), Luca Baldazzi, Elsa Cornu, Fabien Oulevay, Patricia Rodrigues, Tiago Sampaio, Stefan Willener / Realisierung: Stefan Berle, Elsa Cornu (PL), Fabien Buccino, Safia Hachemi, Fabien Oulevay, Myriam Treiber
  • Landschaftsarchitektur – mavo gmbh
  • Kosten und Bauleitung – Spörri Graf Partner APP AG
  • Tragwerk – HallerIngenieure AG
  • Gebäudetechnik – Amstein+Walthert SA, R+B engineering AG, Todt Gmür + Partner AG
  • Spezialisten – BAKUS Bauphysik & Akustik GmbH, Stäger+Nägeli AG Fassadenplanung