06.28 / Wohnhaus Glärnischstrasse, Männedorf

Vornehme Gelassenheit

Das neue Wohnhaus wird sorgfältig in die Struktur der umliegenden Bebauung eingebettet. Nicht der erste Blick, das verführerische Moment, prägt die Anlage, sondern das sorgfältige Verwobensein der verschiedenen klassischen und notwendigen Architekturelemente wie Balkone, Fenster, Brüstungen und Fassadenmaterialien im Zusammenspiel mit der abwechslungsreichen Gebäudevolumetrie. Der markante, die Strasse prägende Nussbaum bleibt bestehen und charakterisiert den grosszügigen Freiraum vor dem Gebäude.

 

Die Fassade wird vom Spiel der umlaufenden Bänder auf den vor- und zurückspringenden Gebäudeteilen geprägt. Helle Putzbänder mit glatter Oberfläche werden an den Enden der ausgreifenden Gebäudeflügel durch Balkonbrüstungen aus leicht dunkel eingefärbtem Beton akzentuiert. Die Fenster mit Rahmen aus eloxiertem Aluminium liegen zwischen Putzflächen mit Besenstrichstruktur. Diese heben sich durch ihre rauhe Oberfläche und eine etwas dunklere Färbung von den hellen Streifen ab. Feuerverzinkte Staketen, je nach Situation in die Fensternischen gespannt oder auf die niedrigen Balkonbrüstungen gesetzt, runden das Fassadenbild ab. Die feinen Kontraste in Farbe und Beschaffenheit der Oberflächen verleihen dem Baukörper die angestrebte Eleganz. 

Im fünfgeschossigen Gebäude befinden sich insgesamt 16 Zwei- bis Fünfzimmerwohnungen. Deren Anordnung in den ausgreifenden Gebäudeflügeln gewährleistet eine angenehme Privatheit in den einzelnen Wohnungen und auf den grossen, an die Wohnzimmer angrenzenden Balkonen und ermöglicht gleichzeitig vielfältige Ausblicke in jeweils zwei bis drei Himmelsrichtungen. Bereits beim Betreten der Wohnungen wird der Blick über das Wohnzimmer nach draussen geleitet. Die offenen Küchen nehmen eine Seite des Wohnzimmers ein und sind durch ein raumstrukturierendes, halbhohes Schrankelement vom Wohnbereich abgegrenzt. Die Schlafzimmer verfügen alle über ein grosses, dreiflügliges Fenster. Schwellenlose Nasszellen und angemessene Erschliessungsflächen runden das Raumangebot ab. 

Die zwei Gartenwohnungen im Eingangsgeschoss zeichnen sich durch den direkten Bezug zum Aussenraum aus. Locker bepflanzte Wiesenhügel grenzen die den Wohnzimmern vorgelagerten privaten Sitzplätze zum allgemeinen Gartenbereich hin ab. Der unkonventionelle Grundriss der grossen Zweizimmerwohnung im Westflügel bietet viel Raum für einen Kleinhaushalt. Nebenan befindet sich die flächenmässig grösste Wohnung des Gebäudes. Die Fünfzimmerwohnung mit klassischer Aufteilung in Wohn- und Schlafbereich bietet einer Familie attraktiven Wohnraum.

Dank der Hanglage befindet sich im Ost-Flügel des ersten Obergeschosses eine weitere Gartenwohnung. Der Sitzplatz der winkelförmig angelegten Dreizimmerwohnung öffnet sich auf die nachbarlichen Wiesen und Gartenbereiche und lässt gleichzeitig den Blick nach Süden zu. 

In den drei Hauptgeschossen gruppieren sich jeweils vier unterschiedliche Wohnungen um das gemeinsame Treppenhaus mit grossen Fenstern zum nördlichen Garten. Der Balkon der Vierzimmerwohnung ist gegen Westen ausgerichtet, jener der Zweizimmerwohnung nach Süden und von den Dreizimmerwohnungen ist eine gegen Osten und die andere gegen Süden orientiert. Durch die winkelförmige Anordnung der Dreizimmerwohnungen in den Gebäudeecken werden Einblicke in die Nachbarswohnungen vermieden. Die unterschiedlichen Wohnungsgrössen und Grundrisskonfigurationen lassen verschiedenste Wohnkonzepte vom Einpersonenhaushalt  über Wohngemeinschaften bis zur Familienwohnung zu. 

Im Attikageschoss umschliesst eine ausschweifende Fünfzimmerwohnung die winkelförmige, zum See orientierte Terrasse. Von der rückwärtigen Terrasse öffnet sich der Blick zu den grünen Hängen des Pfannenstiels. Die zweite Attikawohnung verfügt über drei Zimmer und zwei grosse Terrassen mit ausgezeichnetem Blick über den See und, bei klarem Wetter, bis in die Innerschweizer Berge. 

Planungsteam

  • Auftraggeber – Pensionskasse Schweizerische Rückversicherungs-Gesellschaft
  • Architektur – agps architecture ltd. / Wettbewerb: Marc Angélil, Hanspeter Oester, Reto Pfenninger (PV), Manuel Scholl, Denise Ulrich (PL) / Projekt: Dominik Arioli, Britta Brauer, Simone Munkel, Reto Pfenninger (PV), Denise Ulrich (PL) 
  • Landschaftsarchitektur – Nipkow Landschaftsarchitektur AG
  • Kosten und Bauleitung – Perolini Baumanagement AG
  • Tragwerk – APT Ingenieure GmbH
  • Gebäudetechnik – Sertis engineering GmbH, SSE Engineering AG, Todt Gmür + Partner AG
  • Spezialisten – BAKUS Bauphysik & Akustik GmbH 
  • Fotografie – Reinhard Zimmermann

Fertigstellung – 2012